Denkanstoß/Stadtentwicklung: Heidelberg

Es war einmal eine Stadt …

Dickes-Heidelberg… die hatte das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. Zu viele Straßen, zu viel Verkehr. Zu viele Häuser, die immer höher wuchsen und ihr die Luft abschnitten. Von überall her drückte das Gewicht auf ihre grünen Lungen zwischen all den Straßen- und Häusern. Groß gewesen waren die Lungen ja noch nie, aber nun drohten sie immer kleiner zu werden. Und die Sommer waren so heiß und wurden immer heißer …

Trotz alledem fanden immer mehr Menschen die Stadt immer toller. Sie wollten sie besuchen, sie wollten in ihr arbeiten, gleich ganz und für immer in ihr leben! Und es gab viele, die das alles höchst gerne sahen: Die Stadtverwaltung und manche Gemeinderäte, die Wirtschaft, Universität und Forschung, die Gastronomie und Hotellerie. Bauinvestoren rieben sich die Hände, denn die Lücken, wo man der Stadt noch das eine oder andere Häuschen hineinquetschen konnte, wurden immer kostbarer und damit immer teurer. Und so wurde gebaut und gebaut, immer dichter, immer höher.

So kann das doch nicht weitergehen, sagte sich die Stadt, ich werde immer dicker und schwerfälliger. Sie reden mir ein, Wachstum sei richtig und wichtig, das würde mich lebendig erhalten. Aber ich fühle mich gar nicht lebendig. Und wohin bitte soll ich denn noch wachsen? Was sagen denn meine Nachbargemeinden, wenn ich mich breit und breiter mache? Was sagen die Pflanzen und Tiere des Waldes östlich von mir, wenn ich einfach in ihn hinein wuchere? Oder soll ich es machen wie New York, Shanghai, Tokio, Mexico City? Nur noch gen Himmel wachsen? Dann haben wir am Boden ja noch weniger Luft. Was tun?

In die Höhe, in die Breite …

Wachstum ist in Heidelberg ein Dauerbrenner. Kein Wachstum heißt Stillstand, heißt es, aber stimmt das denn so absolut? Und welche „Wachstume“ gibt es überhaupt? Sind sie alle gut? Alle schlecht? Haben wir eine Wahl und, wenn ja, wie sehen mögliche Optionen aus? Und: Wie sieht es aus, wenn wir statt „Wachstum“ einmal „Entwicklung“ oder „Veränderung“ denken?

Unsere Position ist klar: Wachstum ist kein Wert an sich. Wir möchten kein Wachstum um jeden Preis, unter dem Stadtnatur und Lebensqualität leiden. Und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen.

An dieser Stelle wollen wir künftig in in loser Folge ein paar Beiträge veröffentlichen. Sie mögen humorvoll sein, sind aber ernst motiviert und sollen Denkanstöße zum Thema Wachstum und Entwicklung unserer Stadt sein.

Das Thema wird den politischen Diskurs in Heidelberg weiterhin prägen. Fühlt euch deshalb eingeladen, mit uns zu diskutieren, wir freuen uns über Kommentare!
(nö)

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